Kredit für PV-Anlage – Lohnt sich das?
Eine Photovoltaikanlage ist eine lohnende Investition in die eigene Energieversorgung. Sie senkt langfristig die Stromkosten und kann durch Einspeisevergütungen zusätzliche Einnahmen generieren. Doch der Einstieg ist teuer: Eine Anlage mit Speicher kostet häufig zwischen 10.000 und 35.000 Euro. Viele Hausbesitzer fragen sich daher, ob sich die Finanzierung über einen Kredit lohnt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Optionen bestehen, welche Fallstricke es gibt und wann ein Kredit sinnvoll sein kann.
Inhalt
- 1 Lohnt sich ein Kredit für eine Solaranlage?
- 1.1 Warum sich eine PV-Finanzierung oft nicht lohnt
- 1.2 Eigenkapital und Zuschüsse statt Kredit
- 1.3 Förderkredit für Photovoltaik: Die KfW 270 Konditionen
- 1.4 Finanzierung mit normalem Bankkredit
- 1.5 Baukredit oder Grundschuld als Option
- 1.6 Bausparvertrag als Finanzierungsquelle
- 1.7 Wo findest Du günstige Angebote für Solaranlagen?
- 1.8 Fazit
Das Wichtigste über Kredit für PV-Anlage in Kürze
- Eine Photovoltaikanlage kostet schnell 10.000 Euro oder mehr.
- Kredite verursachen Zinsen, die die Rendite der Anlage mindern.
- KfW-Programm 270 bietet Förderkredite, ist aber für Privatpersonen schwer zugänglich und oft nicht günstig.
- Am besten nutzt Du vorhandenes Eigenkapital oder regionale Förderungen.
- Vergleiche mehrere Finanzierungs- und Anlagenangebote, bevor Du Dich entscheidest.
Lohnt sich ein Kredit für eine Solaranlage?
Ein Kredit für eine Solaranlage lohnt sich nur, wenn der Zinssatz niedrig ist (unter 4 %) und die Anlage zu einem günstigen Preis gekauft wird. In den meisten Fällen ist Eigenkapital die bessere Lösung, da Kreditzinsen die Rendite der PV-Anlage erheblich mindern.
Warum sich eine PV-Finanzierung oft nicht lohnt
Eine Photovoltaikanlage erzielt in der Regel Renditen zwischen vier und sieben Prozent pro Jahr, wenn ein großer Teil des Stroms selbst genutzt wird. Voraussetzung ist ein jährlicher Stromverbrauch von mindestens 3.000 Kilowattstunden. Wer den Strom hauptsächlich einspeist und wenig selbst verbraucht, profitiert weniger stark. Problematisch wird es, wenn hohe Kreditzinsen anfallen.
Bei fünf bis sieben Prozent Effektivzins kann die Rendite vollständig aufgezehrt werden. Deshalb empfehlen Experten Kredite nur bei stabiler finanzieller Lage und günstigen Konditionen. Kritisch ist zudem die Bonität: Je schlechter die Bewertung durch Banken, desto teurer der Kredit. Viele Haushalte unterschätzen diesen Effekt und setzen auf zu optimistische Kalkulationen.
Nur wer sehr günstig kauft und gleichzeitig hohe Eigenverbrauchsquoten erreicht, kann durch Kreditfinanzierung profitieren. Andernfalls ist der Griff ins eigene Ersparte fast immer wirtschaftlicher.
Eigenkapital und Zuschüsse statt Kredit
Die beste Finanzierung für eine PV-Anlage ist Eigenkapital. Wer sein Erspartes nutzt, vermeidet Kreditkosten und steigert die Rentabilität der Anlage. Auf Tagesgeld oder Festgeld liegendes Kapital wirft aktuell oft weniger Zinsen ab, als durch eine PV-Anlage eingespart werden kann. Wichtig ist, den Notgroschen nicht anzutasten. Neben Eigenmitteln können regionale Förderprogramme helfen.
Städte und Gemeinden zahlen teilweise Zuschüsse von einigen Hundert bis mehreren Tausend Euro. Diese Programme gelten oft auch für Batteriespeicher. Wer Förderungen nutzt, senkt die Investitionskosten und braucht seltener einen Kredit. Teilfinanzierungen sind ebenfalls möglich: Ein Teil der Kosten wird bar bezahlt, der Rest über einen Kredit. So lassen sich Kreditsummen und Zinslast spürbar reduzieren.
Förderkredit für Photovoltaik: Die KfW 270 Konditionen
Das KfW-Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ soll Solaranlagen und Speicher mit günstigen Krediten fördern. Theoretisch sind Laufzeiten bis 30 Jahre möglich, Zinsbindungen zwischen fünf und 20 Jahren. Praktisch hängt die Kondition von der Bonität ab. Der effektive Jahreszins reicht von 3,25 Prozent (Risikoklasse A) bis zu 9,97 Prozent (Risikoklasse I).
Konditionen KfW 270 (Stand: Juli 2025):
Risikoklasse | Effektiver Jahreszins |
---|---|
A | 3,25 % |
B | 3,66 % |
C | 3,97 % |
D | 4,49 % |
E | 5,11 % |
F | 5,84 % |
G | 6,36 % |
H | 7,52 % |
I | 9,97 % |
Für viele Privatkunden ist das Programm schwer zugänglich. In einer Finanztip-Stichprobe 2025 boten nur DKB und Hypovereinsbank den Kredit an – jeweils ab 25.000 Euro Kreditsumme. Damit eignet er sich eher für große Projekte als für typische Einfamilienhaus-Anlagen. In der Praxis ist der KfW 270 deshalb oft unattraktiv.
Finanzierung mit normalem Bankkredit
Viele Banken bieten klassische Ratenkredite an. Diese sind für kleinere Investitionen wie PV-Anlagen üblich, aber teurer als Baukredite. Zinssätze richten sich nach Bonität und liegen oft über denen der KfW. Rahmenkredite sind noch teurer und daher ungeeignet. Vorteil eines Ratenkredits ist die schnelle und flexible Abwicklung. Wer ihn nutzen möchte, sollte unbedingt verschiedene Angebote vergleichen – etwa über Verivox, Smava, Check24 oder Finanzcheck.
Bei schwacher Bonität können die Zinsen stark steigen. Ein Vergleich spart schnell mehrere Tausend Euro über die Laufzeit. Dennoch bleibt das Risiko, dass die Kreditkosten die Rendite der Anlage auffressen. Deshalb ist ein Bankkredit nur sinnvoll, wenn er sehr günstig angeboten wird und die finanzielle Stabilität gesichert ist.
Baukredit oder Grundschuld als Option
Ein Baukredit wird in der Regel erst ab Summen über 50.000 Euro vergeben. Für eine einzelne PV-Anlage ist das oft zu hoch. Allerdings kann eine Kombination mit anderen Sanierungsmaßnahmen die Schwelle überschreiten. Wer zum Beispiel Heizung und Dämmung gleichzeitig finanziert, kann so einen Baukredit nutzen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung einer freien Grundschuld. Wurde ein alter Baukredit bereits weitgehend getilgt, kann die Grundschuld erneut für eine günstige Finanzierung genutzt werden. Das spart Notarkosten und ermöglicht Zugang zu Bauzinsen, die oft unter den Ratenkredit-Konditionen liegen. Diese Option lohnt sich besonders für Hausbesitzer, die schon eine Immobilie abbezahlt haben.
Bausparvertrag als Finanzierungsquelle
Viele Haushalte besitzen noch alte Bausparverträge. Ist ein Vertrag zuteilungsreif, kann er zur Finanzierung einer PV-Anlage genutzt werden. Dabei stehen sowohl Guthaben als auch das Bauspardarlehen zur Verfügung. Vorteile sind feste Zinsen und flexible Rückzahlungsmöglichkeiten.
Häufig liegen die vereinbarten Zinsen unter aktuellen Kreditkonditionen, was den Bausparvertrag attraktiv macht. Allerdings muss geprüft werden, ob die Verwendung für eine PV-Anlage laut Vertrag zulässig ist. Ist der Zinssatz unattraktiv, kann zumindest das Guthaben zur Investition genutzt werden. Ein Blick in die Unterlagen lohnt sich daher in jedem Fall.
Wo findest Du günstige Angebote für Solaranlagen?
Bevor über die Finanzierung entschieden wird, sollten die Anlagenpreise verglichen werden. Hier helfen Vergleichsportale. Besonders Selfmade-Energy hat sich in Tests bewährt, da es unverbindliche Preisübersichten bietet, noch bevor persönliche Daten angegeben werden. Ergänzend können Plattformen wie photovoltaik-angebotsvergleich.de und solaranlagen-portal.com genutzt werden.
Wer mehrere Portale gleichzeitig anfragt, muss allerdings mit vielen Kontaktanfragen rechnen. Besser ist ein schrittweises Vorgehen. Neben Online-Portalen lohnt es sich, lokale Solarfirmen direkt anzusprechen. Erfahrungen von Bekannten oder die Fachbetriebssuche des Bundesverbands Solarwirtschaft können zusätzlich helfen. Wichtig: Keine hohen Anzahlungen leisten. Am sichersten ist eine Zahlung nach vollständiger und funktionierender Installation.
Fazit
Ein Kredit für die Solaranlage lohnt sich nur unter günstigen Bedingungen. Am besten ist die Finanzierung über Eigenkapital oder Zuschüsse. Kredite wie der KfW 270 sind für Privatpersonen schwer erhältlich und häufig zu teuer. Wer dennoch finanzieren muss, sollte sorgfältig vergleichen und auf niedrige Zinssätze achten. Erst wenn die Rendite die Kreditkosten deutlich übersteigt, rechnet sich die Finanzierung. Wer clever plant und Angebote prüft, kann langfristig profitieren.