Solarertrag 2026: Jahres-, Monats- und Tageswerte berechnen
Der Solarertrag hängt 2026 von Standort, Wetter, Ausrichtung und Anlage ab. Ein bundesweiter Durchschnitt ersetzt keine Prognose für Ihr Dach. Für die Planung sind nachvollziehbare Annahmen und eine einheitliche Messgrenze entscheidend.
Stand: September 2026. Das Kalenderjahr ist noch nicht abgeschlossen. Die folgenden Zahlen sind ausdrücklich eigene Rechenbeispiele und keine gemessenen deutschen Jahres- oder Monatsdurchschnitte für 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- kWp bezeichnet die Modulleistung unter Standardbedingungen, kWh die erzeugte oder verbrauchte Energiemenge.
- Der spezifische Ertrag in kWh/kWp ermöglicht einen Größenvergleich, beschreibt aber nicht alleine den technischen Wirkungsgrad.
- Jahresertrag geteilt durch zwölf ist ein rechnerischer Monatsmittelwert, kein realistischer Wert jedes einzelnen Monats.
- Prognosen aus langjährigen Wetterdaten sind keine Garantie für ein bestimmtes Kalenderjahr.
- Eigenverbrauch, Einspeisung und Speicherverluste müssen getrennt von der PV-Erzeugung betrachtet werden.
Die wichtigsten Kennzahlen
Eine 10-kWp-Anlage kann in einer Stunde bei 5 kW mittlerer Ausgangsleistung 5 kWh liefern. „10 kWp“ bedeutet deshalb weder 10 kWh am Tag noch eine rund um die Uhr verfügbare Leistung. Für Vergleiche sollte außerdem klar sein, ob DC-Energie der Module oder AC-Energie nach dem Wechselrichter gemeint ist.
Der spezifische Jahresertrag ergibt sich aus Jahresenergie geteilt durch installierte Modulleistung. Liefert eine 10-kWp-Anlage 9.000 kWh, beträgt er 900 kWh/kWp. Ein niedrigerer Wert als beim Nachbarhaus kann an anderer Ausrichtung oder Verschattung liegen und beweist nicht automatisch einen Defekt.
Jahresertrag als Rechenbeispiel
Formel: Jahresertrag in kWh = installierte Leistung in kWp × angenommener spezifischer Ertrag in kWh/kWp. Die folgende Tabelle zeigt drei frei gewählte Szenarien. Sie ist kein allgemeiner Markt- oder Regionalvergleich.
| Anlagengröße | 800 kWh/kWp | 1.000 kWh/kWp | 1.100 kWh/kWp |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | 4.000 kWh | 5.000 kWh | 5.500 kWh |
| 10 kWp | 8.000 kWh | 10.000 kWh | 11.000 kWh |
| 15 kWp | 12.000 kWh | 15.000 kWh | 16.500 kWh |
Welche Annahme zu Ihrem Projekt passt, muss eine standortbezogene Simulation beantworten. Eine verschattete Fassade kann deutlich anders abschneiden als ein freies geneigtes Dach. Ohne konkrete Daten sollte keine der drei Spalten als zugesagter Ertrag verwendet werden.
Monatswerte: Saisonverteilung transparent darstellen
Sommer und Winter unterscheiden sich durch Tageslänge, Sonnenstand, Bewölkung und mögliche Schneebedeckung. Die folgende eigene illustrative Verteilung summiert sich exakt auf 1.000 kWh/kWp pro Jahr. Sie zeigt das Rechenprinzip, nicht das tatsächliche Wetter eines Standorts oder Jahres.
| Monat | Modellwert je kWp | Modellwert für 10 kWp |
|---|---|---|
| Januar | 25 kWh | 250 kWh |
| Februar | 40 kWh | 400 kWh |
| März | 80 kWh | 800 kWh |
| April | 110 kWh | 1.100 kWh |
| Mai | 130 kWh | 1.300 kWh |
| Juni | 140 kWh | 1.400 kWh |
| Juli | 140 kWh | 1.400 kWh |
| August | 120 kWh | 1.200 kWh |
| September | 90 kWh | 900 kWh |
| Oktober | 60 kWh | 600 kWh |
| November | 40 kWh | 400 kWh |
| Dezember | 25 kWh | 250 kWh |
| Jahr | 1.000 kWh | 10.000 kWh |
Bei angenommenen 10.000 kWh Jahresertrag liegt das mathematische Monatsmittel bei etwa 833 kWh. Für eine Winterverbrauchsplanung ist dieses Mittel ungeeignet. Ein Heimspeicher verschiebt Energie zwischen Tag und Nacht; er macht Sommerüberschüsse nicht automatisch im Winter verfügbar. Weitere Hinweise bietet Photovoltaik im Winter.
Tagesertrag und Tagesverlauf
10.000 kWh geteilt durch 365 Tage ergeben rund 27,4 kWh pro Tag. Das ist ein Jahresmittel, keine tägliche Lieferung. Ein einzelner heller Sommertag und ein schneebedeckter Wintertag können stark davon abweichen.
Eine Südanlage erreicht ihr Maximum typischerweise um den örtlichen Sonnenhöchststand. Eine feste Uhrzeit wie 12 bis 13 Uhr gilt nicht für alle Standorte, Jahreszeiten und Sommerzeit. Ost- und Westflächen verschieben die Erzeugung zeitlich; Verschattung kann die Kurve verändern. Für Eigenverbrauch ist deshalb eine Zeitreihe nützlicher als die reine Tagesenergiemenge.
Eine Batterie kann Lasten zeitlich verschieben, erzeugt aber nachts keinen neuen Solarstrom. App-Anzeigen müssen PV-Erzeugung und Batterieabgabe getrennt ausweisen, wenn Tageserträge verglichen werden.
Solarertrag pro Quadratmeter
Eigenes Beispiel: Ein 440-Wp-Modul entspricht 0,44 kWp. Bei angenommenen 1.000 kWh/kWp liefert es rechnerisch 440 kWh jährlich. Beträgt seine Fläche 2 m², ergeben sich 220 kWh je Quadratmeter Modulfläche. Diese Annahmen beschreiben keine bestimmte Baureihe.
Die gesamte Dachfläche ist größer als die belegte Modulfläche. Bei 50 m² nutzbarer Modulfläche und angenommenen 220 Wp/m² ergeben sich 11 kWp und im gleichen Szenario 11.000 kWh. Ist dagegen nur das Bruttodach 50 m² groß, dürfen Randabstände, Fenster und Wartungswege nicht stillschweigend als aktive PV-Fläche gezählt werden.
Standortbezogene Prognose mit PVGIS
Das PVGIS-Angebot der Europäischen Kommission stellt standortbezogene Berechnungen bereit. Es nutzt Wetter- und Strahlungsdaten; eine Berechnung auf dieser Grundlage ist eine Prognose beziehungsweise Modellrechnung. Sie sagt nicht voraus, welches Wetter im verbleibenden Jahr auftreten wird.
Für ein nachvollziehbares Ergebnis dokumentieren Sie Standort, Modulleistung, Neigung, Ausrichtung, verwendete Datenbasis, Montageart und Verlustannahmen. Bei mehreren Ausrichtungen müssen die Teilflächen passend erfasst werden. Lokale Hindernisse, die in der verwendeten Gelände- oder Horizontinformation nicht ausreichend abgebildet sind, benötigen eine zusätzliche Verschattungsbetrachtung.
Die PVGIS-Dokumentation erklärt die Ausgaben und Bilanzgrenzen. Wenn Systemverluste im Ergebnis bereits enthalten sind, dürfen sie nicht pauschal noch einmal abgezogen werden. Batterieverluste und eine individuelle Einspeiseregelung können dagegen eine gesonderte Betrachtung verlangen.
Messung und Prognose richtig vergleichen
- Gleichen Zeitraum und gleiche Energiegrenze verwenden.
- Installierte Leistung und tatsächliche Betriebsdauer prüfen.
- Wetterabweichungen, Schnee und Ausfälle berücksichtigen.
- Änderungen der Anlage oder Verschattung dokumentieren.
- Erst danach technische Ursachen untersuchen lassen.
Vergleichen Sie im September den bisherigen Jahresertrag mit einer passenden Prognose für denselben Zeitraum, nicht mit einem vollen Jahresziel. Fehlende Monatsdaten oder ein Inbetriebnahmejahr mit nur wenigen Betriebsmonaten dürfen nicht als vollständige Jahresmessung präsentiert werden.
Vom Ertrag zur Wirtschaftlichkeit
Für den finanziellen Nutzen zählt nicht jede erzeugte Kilowattstunde zum Haushaltsstrompreis. Direktverbrauch ersetzt den variablen Arbeitspreis, Einspeisung erzielt die jeweils geltende Vergütung. Speicherenergie ist nach ihren Verlusten zu bewerten. Hinweise zur zeitlichen Nutzung finden Sie unter PV-Eigenverbrauch optimieren.
Ein höherer Jahresertrag ist hilfreich, aber eine Variante mit ergänzender Erzeugung am Morgen oder Abend kann trotz geringerem Gesamtertrag mehr Netzbezug vermeiden. Vergleichen Sie daher Erzeugung und Verbrauch gleichzeitig.
Häufige Fragen
Gibt es schon einen vollständigen Jahresdurchschnitt für 2026?
Zum Stand September liegt noch kein abgeschlossenes Kalenderjahr vor. Modellwerte und bisherige Messungen sind entsprechend zu kennzeichnen.
Ist kWh/kWp gleich Wirkungsgrad?
Nein. Die Kennzahl beschreibt Energie je installierter Nennleistung im gewählten Zeitraum und wird auch durch Wetter und Standort beeinflusst.
Garantiert PVGIS den Ertrag?
Nein. Das Ergebnis ist eine datenbasierte Modellrechnung mit Annahmen, keine vertragliche Ertragsgarantie.