Einspeisevergütung ab 01.08.2026: Neue Sätze für PV-Anlagen
Stand: September 2026. Seit dem 1. August 2026 gelten für neu in Betrieb genommene Photovoltaikanlagen angepasste EEG-Vergütungssätze. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht diese Werte für Inbetriebnahmen bis zum 31. Dezember 2026. Für typische Gebäudeanlagen bis 10 kW beträgt die feste Vergütung bei Teileinspeisung 7,70 Cent/kWh und bei förderfähiger Volleinspeisung 12,22 Cent/kWh.
Für die Entscheidung über ein Angebot sind drei Fragen getrennt zu beantworten: Welcher Startsatz gilt? Welche Strommenge wird tatsächlich vergütet? Welche zusätzlichen Kosten entstehen für Messung, Steuerung und Betrieb? Erst zusammen ergibt sich eine belastbare Einnahmenplanung.
Die neuen Sätze ab August 2026
| Leistungsanteil auf Gebäuden oder Lärmschutzwänden | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| Bis 10 kW | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| Über 10 bis 40 kW | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
| Über 40 bis 100 kW | 5,44 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Die amtliche Grundlage ist die Veröffentlichung der Bundesnetzagentur zu EEG-Fördersätzen. Die Tabelle betrifft die feste Einspeisevergütung. Die „anzulegenden Werte“ der Marktprämie sind andere Zahlen und dürfen nicht als fester Auszahlungsbetrag übernommen werden.
Bei größeren Anlagen werden die Leistungsstufen anteilig gewichtet. Eine 20-kWp-Anlage in Teileinspeisung erhält daher rechnerisch für die Hälfte der Leistung 7,70 und für die andere Hälfte 6,66 Cent. Der gewichtete Satz beträgt 7,18 Cent/kWh. Eine Einstufung der gesamten Anlage zu 6,66 Cent wäre falsch.
Wen betrifft die Anpassung?
Die neuen Startwerte betreffen Anlagen, die im genannten Zeitraum wirksam in Betrieb genommen werden und die Fördervoraussetzungen erfüllen. Eine bereits früher in Betrieb genommene Anlage verliert durch die neue Tabelle nicht automatisch ihren bisherigen Vergütungssatz. Für Erweiterungen oder mehrere Anlagen an einem Standort sind die Regeln zur Zusammenfassung und Zuordnung zusätzlich zu beachten.
Ein unterschriebener Kaufvertrag oder die Anlieferung der Module allein sichert noch keinen bestimmten EEG-Satz. Dokumentieren Sie den tatsächlichen Inbetriebnahmevorgang mit dem Fachbetrieb. Ein politisch diskutierter Stichtag rechtfertigt weder eine fiktive Rückdatierung noch eine unvollständige oder unsichere Installation.
Für die heute geltenden Regeln sollte außerdem nicht automatisch ein Gültigkeitsende Ende Januar 2027 angenommen werden. Die aktuelle amtliche Veröffentlichung reicht bis Ende Dezember 2026 und weist auf die Beratung der Nachfolgeregelung hin. Spätere Inbetriebnahmen brauchen eine erneute Prüfung.
Wie groß ist die Wirkung auf den Jahreserlös?
Entscheidend ist die eingespeiste, vergütungsfähige Strommenge. Bei einer 10-kWp-Gebäudeanlage und 6.000 kWh entsprechender Teileinspeisung lautet die einfache Rechnung:
6.000 kWh × 0,077 Euro/kWh = 462 Euro pro Jahr.
Bei einer 20-kWp-Anlage und 12.000 vergütungsfähigen Kilowattstunden wären es mit dem gewichteten Satz von 7,18 Cent 861,60 Euro. Beide Beispiele unterstellen eine vollständig vergütungsfähige Menge und enthalten noch keine laufenden Kosten oder Finanzierung.
Zur Einordnung kleiner Satzänderungen hilft eine allgemeine Sensitivität: 0,10 Cent/kWh Unterschied bedeuten bei 6.000 kWh Einspeisung sechs Euro pro Jahr. Das ist eine Rechenannahme, kein behaupteter konkreter Unterschied zur vorherigen Tabelle. Ein überteuertes Angebot oder vermeidbare Dacharbeiten können eine deutlich größere Wirkung haben als ein kleiner Tarifunterschied.
Eigenverbrauch bleibt ein eigener wirtschaftlicher Vorteil
Wer einen Teil des Solarstroms direkt verbraucht, erhält dafür keine Einspeisevergütung. Stattdessen entfällt ein entsprechender Teil des Strombezugs. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 30 Cent/kWh sind 1.000 direkt genutzte Kilowattstunden 300 Euro vermiedene Bezugskosten wert. Dieselbe Menge hätte bei 7,70 Cent/kWh 77 Euro Einspeiseerlös erbracht.
Der zusätzliche Vorteil einer Verlagerung dieser Menge in den Eigenverbrauch liegt in diesem vereinfachten Vergleich somit bei 223 Euro. Er ist nicht mit 300 Euro zusätzlichen Gesamteinnahmen gleichzusetzen, weil zugleich Einspeiseerlöse entfallen. Bei Speicherung kommen Wirkungsgradverluste und Speicherkosten hinzu.
Verbrauchsverlagerung kann schon ohne Batterie sinnvoll sein, etwa wenn ein Elektroauto tatsächlich tagsüber zu Hause steht. Ein erzwungener Mehrverbrauch allein zur Erhöhung einer Eigenverbrauchsquote verbessert dagegen nicht automatisch die Wirtschaftlichkeit.
60-Prozent-Begrenzung richtig einordnen
Für betroffene neue Anlagen gelten nach § 9 EEG Übergangsanforderungen bis zum Einbau der erforderlichen intelligenten Mess- und Steuerungstechnik und zur erfolgreichen Prüfung der Ansteuerbarkeit. Bei Anlagen unter 25 kW in der festen Einspeisevergütung ist grundsätzlich die maximale Wirkleistungseinspeisung am Netzverknüpfungspunkt auf 60 Prozent zu begrenzen. Für Anlagen ab 25 bis unter 100 kW bestehen zusätzliche Anforderungen an die Fernsteuerung und bei entsprechender Zuordnung ebenfalls die Begrenzung.
Eine 10-kWp-Anlage darf unter dieser Vorgabe höchstens 6 kW ins Netz abgeben. Produziert sie gerade 8 kW und werden im Haus gleichzeitig 2 kW verbraucht, ist keine Abregelung dieser Leistung erforderlich. Werden nur 0,5 kW genutzt und kann kein Speicher weitere Energie aufnehmen, muss die überschüssige Leistung entsprechend begrenzt werden.
Das ist eine Leistungsgrenze in bestimmten Zeitpunkten. Sie ist keine pauschale Kürzung jedes Jahresertrags um 40 Prozent. Für eine Simulation sind Ausrichtung, Wetter, Wechselrichterdimensionierung und zeitlicher Verbrauch maßgeblich. Ein volles Batteriesystem kann mittags zudem keine weitere Leistung aufnehmen.
Negative Strompreise: Ausnahmen und Fristen beachten
Bei betroffenen Neuanlagen reduziert § 51 EEG den anzulegenden Wert in Zeiträumen negativer Spotmarktpreise auf null. Für Anlagen unter 100 kW gilt allerdings eine Ausnahme bis zum Ablauf des Kalenderjahres, in dem ein intelligentes Messsystem eingebaut wird. Weitere Ausnahmen und Übergangsregeln sind zu berücksichtigen.
Wird eine neue 10-kWp-Anlage beispielsweise im September 2026 mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet, endet diese Ausnahme grundsätzlich erst mit dem Kalenderjahr. Sie entfällt nicht bereits im Moment der Montage. Die Pflicht zur technischen Einspeisebegrenzung ist davon getrennt zu prüfen.
Die Verlängerung des Förderzeitraums nach § 51a EEG folgt einem gesetzlichen Rechenmechanismus. Sie garantiert keinen sofortigen und eurogleichen Ausgleich jeder entgangenen Zahlung. Selbst genutzter Strom kann während negativer Marktpreise weiterhin Netzbezug ersetzen.
Keine allgemeine Direktvermarktungspflicht ab 25 kW
Für die reguläre feste Einspeisevergütung liegt die maßgebliche Leistungsgrenze grundsätzlich bei 100 kW. Die 25-kW-Schwelle aus technischen Vorgaben darf damit nicht verwechselt werden. Freiwillige Direktvermarktung kleinerer Anlagen ist möglich, muss sich aber nach Dienstleistungsentgelten und Technikaufwand rechnen.
Die FAQ der Bundesnetzagentur erläutern die unterschiedlichen Förder- und Vermarktungsformen. Lassen Sie sich bei einem entsprechenden Angebot die Erlösannahmen und laufenden Gebühren vollständig ausweisen.
Welche Kosten gehören in das Angebot?
- PV-Generator, Wechselrichter, Montage und elektrische Installation
- Notwendige Arbeiten am Zählerschrank und Netzanschluss
- Intelligentes Messsystem, Steuerungseinrichtung und deren Zuständigkeit
- Laufende Messentgelte, Wartung und gegebenenfalls Versicherung
- Optionale Speicher- und Energiemanagementkosten einschließlich Folgekosten
Ein digitaler Zähler ist nicht automatisch ein vollständiges intelligentes Messsystem. „Smart-Meter-ready“ ist ebenfalls keine eindeutige Zusage über alle erforderlichen Komponenten und deren Inbetriebnahme. Fragen Sie nach konkreten Geräten, enthaltenen Leistungen und noch separat zu zahlenden Positionen.
Die Vergütung ab August 2026 bleibt ein kalkulierbarer Bestandteil einer neuen PV-Anlage. Den größten Nutzen bringt eine Rechnung, die Eigenverbrauch, vergütungsfähige Einspeisung und sämtliche Kosten zusammenführt. Lassen Sie sich nicht allein durch einen Stichtag zu einem ungeprüften Vertrag drängen. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse 2026 zeigt, wie sich unterschiedliche Annahmen auf die Amortisation auswirken.